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9. Spieltag: SuS Legden II – SF Ammeloe II

Zweite beendet Pleiten-Serie mit dreckigem Überraschungs-Sieg

An diesem Sonntag war unsere Zweite im Dahliendorf-Stadion beim B-Liga-Absteiger SuS Legden II zu Gast. Gegen den Tabellensiebten hätten wir uns eigentlich Chancen ausgerechnet, allerdings sprachen alle Vorzeichen vor der Partie eher für die sechste Niederlage in Folge als für eine Überraschung.

Erstmals in dieser Spielzeit hatte unsere Zweite riesige Personalprobleme. Wegen diverser Stammtischfahrten, Urlaube, Verletzungen  und Abgaben an die Erste fehlten auf einen Schlag acht Spieler. Das können wir als kleiner Dorfverein nicht einmal ansatzweise auffangen. Da wir nur elf Leute hatten, stellte sich unser Team von selbst auf, wobei wir zu allem Überfluss auch noch vier Mann auf Positionen aufstellen mussten, die sie noch nie zuvor bekleidet hatten. Auf der Ersatzbank saßen bloß ein Verletzter, unser grippekranker Trainer und ein Ersatztorwart.

Unter diesen Umständen lag ein Punktgewinn außerhalb jeglicher Vorstellungskraft, aber wir wollten uns nicht kampflos geschlagen geben. Aus der letzten Saison wissen wir, dass man spielerische Nachteile mit einer hohen taktischen Disziplin und großem Kämpferherz ausgleichen kann. Erwartungsgemäß entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, weil wir mal wieder unsere berühmte Betonmischer-Taktik aus dem Hut zauberten und extrem tief in der eigenen Hälfte standen. Die Gastgeber kombinierten zwar gemütlich durch das Mittelfeld, aber spätestens bei unserem Strafraum war gegen unsere vielbeinige Abwehr Schluss. So hatte Legden zwar viele Abschlüsse, aber meistens nur ungefährliche aus der zweiten Reihe. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis es richtig brenzlig wurde. Eine Ecke wäre beinahe direkt verwandelt worden und klatschte an den Querbalken unseres Tores; der Nachschuss aus dem Rückraum flog am Tor vorbei (28.). Es reichte zum 0:0-Halbzeitstand, weil Legdens letzte Chance im ersten Durchgang am Außennetz landete (45.).

In der zweiten Halbzeit ging es dann genauso weiter. Die erste richtig gute Chance vereitelte Borgi mit einer schönen Parade (54.). Es folgte die einzige Phase im gesamten Spiel, in der wir nicht nur hinten reingedrückt wurden, sondern selber für ein wenig Entlastung sorgen konnten. Dabei sprang die allererste gefährliche Torannäherung heraus, als ein Legdener beinahe einen Freistoß per Kopf ins eigene Tor verlängert hätte (72.). In der Schlussviertelstunde ließen dann unsere Kräfte langsam nach, sodass das Powerplay der Gastgeber immer druckvoller wurde. Beinahe minütlich brannte es lichterloh in unserem Strafraum und wir mussten unzählige Standardsituationen verteidigen. Unsere Mannschaft warf alles ihr in der Macht stehende in die Waagschale, um sich endlich mal für den ganzen Aufwand zu belohnen und das 0:0 über die Runden zu kriegen. Die Legdener kamen einfach nicht an Borgi vorbei (77., 78.) und bekamen bei einem Beinahe-Eigentor von Schmessi auch keine unfreiwillige Schützenhilfe (84.). Unsere Zweite war fast am Ziel, da spielte Legden plötzlich einen haarsträubenden Rückpass zum Torwart, bei dem Steffen angeschossen wurde. So stand unser Angreifer auf einmal alleine vorm Keeper, umkurvte diesen und einen weiteren Verteidiger und schob zum 0:1 ein (87.). Der absolute Wahnsinn!!! Nichts, aber auch rein gar nichts hatte auf einen Lucky Punch für uns hingedeutet. Die Gastgeber waren von diesem Tiefschlag völlig geschockt und schafften in den letzten Minuten nur noch einen Schuss in die Arme von Borgi (90.+1). Auf der Gegenseite verstolperte Martin nach einem Konter die große Chance auf das zweite Tor (90.+2). Das war am Ende völlig egal, denn kurz darauf löste der Schlusspfiff Riesenjubel bei den Ammeloern aus.

Wenn man es selbst nicht gesehen hat, könnte man es eigentlich nicht glauben! Im Prinzip haben wir 90 Minuten lang nur verteidigt und dann machen wir mit unserer einzigen Torchance, die wir uns nicht einmal selbst rausgespielt haben, drei Minuten vor Schluss das Siegtor. Dreckiger und ekelhafter kann man eigentlich gar nicht gewinnen. Mit viel Leidenschaft, Teamgeist und einer großen Portion Glück ist es uns ausgerechnet mit so einer zusammengewürfelten Rumpf-Elf gelungen die Negativ-Serie zu beenden. Nach den ganzen knappen und unglücklichen Niederlagen der letzten Wochen, haben wir es uns einfach auch mal verdient den Fußballgott auf unserer Seite zu haben.

Der Tag der deutschen Einheit unter der Woche wird genutzt, um ein weiteres Februar-Spiel aus der Rückrunde vorzuziehen. Vielleicht ist es sogar ganz gut bereits einen Monat nach dem unsäglichen Kirmes-Debakel wieder auf Ottenstein II zu treffen. Für unsere Mannschaft ist es die Chance das 1:11-Trauma zu bewältigen. Ottenstein spielt eine überraschend starke Saison und hat sich zum Titelkandidaten gemausert. Im Moment sind sie Zweiter und haben von den letzten acht Spielen sieben gewonnen. Lediglich zum Saisonauftakt gab es eine Niederlage. Man kann jetzt sicher nicht erwarten, dass wir die drei Punkte in Ammeloe behalten, aber wir sollten uns schon ein wenig besser verkaufen als im Hinspiel. Anstoß ist Mittwoch um 13 Uhr am Sportplatz.

 

SuS Legden II – SF Ammeloe II    0:1

Tore: 0:1 Koppers (87.)

Aufstellung: M. Nagenborg – Tenhumberg, Schmäing, Tenspolde, Bröcking – Koppers, Winters, Hinz, Crone, Tenbeitel – Enxing

Wechselspieler: Temmink, C. Niestegge

 

Verfasser: Chris Tenspolde


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